In den Vierziger Jahren betrieb WLW auch
drei starke Kurzwellensender zu je 175 kW. Damit konnte die ganze Welt
erreicht werden. Aufgebaut waren die Sender der Firma Crosley, der auch
WLW gehörte, in Bethany in Ohio, Rufzeichen waren WLWL, WLWR und
WLWS. Wie heute auch, zeigte sich bereits damals, daß
werbefinanzierte Kurzwellensender nicht profitabel zu betreiben sind,
Bethany fuhr Verluste ein. Da traf es sich gut, daß die
amerikanische Regierung einen Auslandsdienst gründete, um das
kriegführende Europa zu erreichen. Da man keine eigenen Sender
hatte, kaufte man WLW die Sender in Bethany ab, fortan wurde von dort
unter dem Namen "Voice of America" gesendet. Die alten Crosley-Sender
wurden im Lauf der Zeit durch 250 kW-Collins und BBC-Sender ersetzt, im
November 1994 kam das endgültige Aus für Bethany. Die Station
wurde nicht mehr benötigt, abgeschaltet und eingeebnet. Abgebildet
ist die QSL für eine Sondersendung anläßlich des
fünfzigjährigen Jubiläums 1992.
Zum "International Fair", der
Weltausstellung im Jahre 1939 in San Francisco, errichtete General
Electric einen 250 kW Kurzwellensender als Schaustück
amerikanischer Ingenieurskunst. Die Buchstaben GEI des
Rufzeichens KGEI standen für "General Electric International".
Zunächst wurden Programme diverser NBC-Stationen übertragen,
nach Pearl Harbour Sendungen für die Truppen im Pazifik. Nach dem
Krieg brauchte die US-Regierung die Station nicht länger, die
amerikanische Missionsgesellschaft FEBC übernahm die Station und
versorgte von San Francisco aus Südamerika mit Missionsprogrammen
in Spanisch. Anfang oder Mitte der 90iger Jahre wurde der Sender
abgeschaltet.
Es gab tatsächlich Pläne, das inzwischen uralte
Schätzchen nach Liberia zu verfrachten und von dort
Missionssendungen auszustrahlen. Wie man für die Antiquität
Ersatzteile zu besorgen gedachte, ist mir unklar. Es kam aber nicht
mehr zu einer Inbetriebnahme, der Sender wurde während des
liberianischen Bürgerkriegs demoliert.
Die KGEI-QSL blieb über viele Jahre unverändert und zeigt mit
der Golden Gate Bridge und der Cable Car zwei weltberühmte
Wahrzeichen San Franciscos.
Bis 1982 gab es in den USA nur drei private Kurzwellenstationen, KGEI,
WYFR und WINB, allesamt Missionsstationen. Dann betrat mit Joe Costello
aus New Orleans ein wagemutiger Pionier die Szene, der in langen
juristischen Auseinandersetzungen eine Lizenz für
Kurzwellensendungen errang. Er betrieb bereits eine UKW-Station in New
Orleans, deren Call WRNO stand für "Rock of New Orleans".
Und WRNO hieß auch der Kurzwellensender, der abends auf 15420
kHz in Europa hörbar war. Besonders gut war der Empfang nie,
und so blieb WRNO trotz eines klasse Musikprogramms ein finanzieller
Flop. Nach dem Tode Costellos1997 ging es mit WRNO immer weiter bergab,
die Station wurde verkauft und bekam bei der Überflutung der Stadt
den Rest
Costello hat trotzdem eine Lawine ins Rollen gebracht, inzwischen gibt
es über 20 private Kurzwellenstationen in den USA. Leider ist
deren Programm fast ausschließlich religiöser Natur, und
nicht zu vergleichen mit den alten Stationen wie WRNO, KUSW oder
Superrock KYOI von den Marianen.
Inzwischen wurde WRNO wieder aufgebaut, und ganz langsam wird der
Betrieb als religiöse Station auf 7505 und 15590 kHz wieder
hochgefahren. Hier die QSL vom August 2008:
Und noch ein trauriges Beispiel,
daß sich mit Kurzwellensendungen kein Geld verdienen
läßt: KUSW aus Utah. Auch ein gutes Musikformat wie WRNO,
besser als WRNO in Europa hörbar, kommerziell aber dennoch
gefloppt. Die kurze Lebensdauer betrug nur gut zwei Jahre, von Oktober
88 bis Dezember 1990. Dann wurde die Sendeanlage an den "Trinity
Broadcasting Network", einen Missionsanbieter verkauft und das
Rufzeichen in KTBN umbenannt. Auch KTBN ist mit dem Kurzwellensender
nicht glücklich geworden und will ihn abschalten oder hat dies
schon getan. Trotzdem schön die QSL-Karte von KUSW:
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