"Die Geschichte der Automaten"
In den USA, wo das Auto seit den 20er Jahren als Massenverkehrsmittel die
Straßen beherrschte, wurde bereits 1935 in Oklahoma City die erste
Parkuhr aufgestellt, die nach der Erfindung von Carl C. Magee die zulässige
Parkzeit durch einen münzbetätigten Kurzzeitmesser am Straßenrand
einschränkte.
Diese Praxis der Parkzeitbegrenzung wurde in Deutschland 1939 auch
aufgrund ihres finanziellen Ertrags für die Stadtverwaltungen positiv
gewertet, doch kam es nicht mehr zu einer Einführung der Automaten.
Erst mit Beginn der Massenmotorisierung Mitte der 50er Jahre wurde das
Problem des Parkraums auch in Europa akut. In kritischen Bereichen wie den
Geschäftsvierteln mit stark fluktuierendem Verkehr sollte der knappe
Parkraum von Dauerparkern freigehalten werden und zugleich die Möglichkeit
für kurzfristiges Halten gegeben sein.
Basel führte 1952 die ersten Parkautomaten in Europa versuchsweise
ein, 1954 folgten in Duisburg die ersten Parkautomaten in Deutschland aus
der Produktion der Firma Roberto Ehrismann, Lugano.
Weitere Geräte wurden noch im selben Jahr von der »Telefon und
Normalzeit« in Frankfurt, der in Villingen im Schwarzwald ansässigen
Uhrenfabrik Kienzle und der Deutschen Parkometer GmbH, Hannover,
vorgestellt.
Da die Parkuhren häufig in Verbindung mit Parkverbotsschildern
aufgestellt waren, ließen verschiedene Prozesse gegen Parksünder,
die die durch die Parkuhr begrenzte Abstellzeit ihrer Autos überschritten
hatten, schon im folgenden Jahr die Frage nach der Rechtmäßigkeit
dieser Automaten aufkommen.
Erst durch die Änderung der Straßenverkehrsordnung am 1. Mai
1956 wurden die Parkuhren endgültig als Mittel gegen die Parkraumnot
legitimiert.