"Die Geschichte der Automaten"
Mit den Warenautomaten der Gebr. Stollwerck, Köln, beginnt die Ära
der deutschen Münzautomaten. Nach kleineren Wandautomaten mit zwei
Einwurföffnungen für den Verkauf von Schokolade und Bonbons, die
bereits 1887 verbreitet waren, kamen in den folgenden Jahren auch große
Standautomaten mit reich verzierten Gehäusen hinzu, die wie der große
»Merkur«-Automat von ca. 1890 bis zu 12 verschiedene Artikel zum
Verkauf anboten.
Unter den Bezeichnungen »Merkur«, »Rhenania«, »Hermes«,
»Oktava« und »Juno« war um 1895 ein breites Angebot
großer Standautomaten vorhanden, die sich, abgesehen von der
unterschiedlichen Zahl der Einwurföffnungen, lediglich durch die
leicht abgewandelten Giebelformen unterscheiden.
Mit dem Maßwerkfenster, das Einblick auf die angebotenen Waren gewährt,
und den Kreuzblumen der Giebelbekrönung greift die Ornamentik
Elemente der Neugotik auf, die als eine Reminiszenz an die seit den 40er
Jahren des vorigen Jahrhunderts betriebene und 1880 abgeschlossene
Vollendung des Domes in besonderer Weise auf Köln verweisen.
Der sechsgängige »Merkur«-Automat als der zweifellos
beliebteste unter den Standautomaten eignete sich gleichermaßen für
die Aufstellung in Innenräumen, wie etwa in dem ersten ständigen
Automatenrestaurant Deutschlands in der Leipziger Straße 13 in
Berlin, als auch im Freien.
Das Angebot des Automaten reichte je nach Art der Füllung von
Stollwerck-Artikeln wie Schokolade, gebrannte Mandeln, Bonbons und
Pfefferminzpastillen über Zigarren, Zigaretten, Zündhölzer,
Kölnisch Wasser bis hin zu »Erzählungsbüchern«.